"In der materiellen Welt möchte jeder Materialist Glück erlangen und das Leid verringern, und er handelt daher dementsprechend. Im Grunde jedoch ist man nur so lange glücklich, wie man nicht nach Glück strebt; sowie man sich um Glück zu bemühen beginnt, stellen sich Leiden ein." (Shrimad Bhagavatam 7.7.42)
Erläuterungen von HDGAC Bhaktivedanta Swami Prabhupada:
"Jede bedingte Seele wird von den Gesetzen der materiellen Natur gebunden, wie in der Bhagavad-gita erklärt wird(prakriteh kriyamanani gunaih karmani sarvasaha). Die materielle Natur hat gemäß den Anweisungen der Höchsten Persönlichkeit Gottes jedem eine bestimmte Art von Körper zugewiesen.
"Der Höchste Herr weilt im Herzen eines jeden, o Arjuna, und lenkt die Wege aller Lebewesen, die im Körper wie auf einer Maschine aus materieller Energie sitzen." (Bhagavad-gita 18.61)
Die Höchste Persönlichkeit Gottes, die Überseele, befindet sich in jedermanns Herzen, und wie es sich Lebewesen wünscht, ermöglicht es ihm der Herr, gemäß seinen Verlangen in verschiedenartigen Körpern zu handeln. Der Körper ist genau wie ein Apparat, mit dessen Hilfe sich das Lebewesen entsprechend seinen illusorischen Wünschen nach Glück umherbewegt und so unter verschiedenen Lebensbedingungen die Qual von Geburt, Alter, Krankheit und Tod erleidet. Jedermann hat irgendeinen Plan und Ehrgeiz, wenn er seine Unternehmungen in Angriff nimmt, doch eigentlich ist man vom Anfang seiner Bemühungen bis zum Ende nicht glücklich. Ganz im Gegenteil, sowie man versucht, seinen Plan in die Tat umzusetzen, taucht sofort das Leid im Leben auf. Man sollte deshalb nicht danach streben , die leidvollen Lebensbedingungen zu beseitigen, denn es ist nicht möglich, etwas dagegen zu unternehmen. Ahankara-vimudhatma kartaham iti manyate. Solche Bestrebungen sind illusorisch; aber dennoch denkt man, man könne die materiellen Umstände , in denen man sich befindet, durch seine Bemühungen verbessern. Den Veden zufolge sollte man nicht versuchen, mehr Glück zu erlangen oder das Leid zu vermindern , denn diese Bemühung ist vergeblich. Tasyaiva hetoh prayateta kovidaha. Man sollte nach Selbsterkenntnis streben, nicht danach, sich wirtschaftlich zu verbessern, denn dies ist nicht möglich. Man kann ohne Bemühung die Menge von Glück und Leid bekommen, die einem bestimmt ist, und daran lässt sich nichts ändern. Es ist daher besser, seine Zeit für den Fortschritt im spirituellen Leben des Krishna-Bewusstseins zu verwenden. Man sollte das wertvolle menschliche Lebennicht vergeuden, sondern es lieber für die Entwicklung von Krishna-Bewusstsein nützen, ohne nach sogenanntem Glück zu streben.
Wie wir unschwer dem einleitenden Text aus dem Shrimad Bhagavatam entnehmen können geht es dort um materielles Glück. Daraus können wir schlussfolgern, dass es auch spirituelles Glück geben muss. Letzterem höherem Glück wird der nächste Beitrag gewidmet sein.
Ihr Diener
Parivadi dasa