Die freundliche Trinität

Im Sommer zeigt Sich der Höchste Herr in Seiner zugänglichsten Form

Thema 19/2026

Jagannatha-svami
nayana pathagami
bhave tu me

"O mein Herr, o Shri Jagannatha, Herr des Universums, bitte offenbare Dich gütigerweise meinen Augen!" (Mantra zur Verehrung Lord Jagannathas)

Jedes Jahr im Sommer findet an der Ostküste Indiens, genauer gesagt in Orissas Hauptstadt Jagannath Puri eines der weltweit größten religiösen Festivals statt, nämlich das Ratha-Yatra. Auf drei großen geschmückten Wagen werden je eine Bildgestalt des Höchsten Herrn durch die Straßen gezogen. Diese Tradition geht viele Jahrtausende zurück, und es gibt mehrere Geschichten, wie es zu diesen Bildgestalten kam. Hier ist eine dieser Geschichten in kurzen Zügen aus dem Gedächtnis des Autoren:

Vor vielen Tausenden Jahren versammelten sich in Puri (Kurzform von Jagannatha Puri) die prominenten Brahmanen mit der städtischen Administration und diskutierten mal wieder über die göttliche Natur, sprich ob der Höchste Herr formlos sei oder Form aufweist. Nachdem beide Parteien die jeweils einschlägigen Texte der offenbarten Schriften angeführt hatten kam es nicht zu einer Einigung. Da trat ein von Geburt an blinder Brahmane vor, der inbrünstig an die Form des Höchsten Herrn glaubte. Er zeigte sich äußerst traurig darüber, dass die Brahmanen sich nicht auf diese Wahrheit einigen konnten. Er bot an, die Form des Höchsten Herrn in der Kunstwerkstatt des Tempels aus Holz zu schnitzen, sofern folgende Bedingung eingehalten würde: Niemand dürfe die Werkstatt betreten oder auch nur stören, denn dann würde er gehen. Die Administration stimmte diesem Plan zu, und so wurden drei Holzklötze von beachtlicher Größe in die Werkstatt verbracht. Woche für Woche verging, und der blinde Brahmane kam nur heraus, um seine körperlichen Verrichtungen zu erledigen und Wasser zu trinken. Und Woche für Woche hörten die neugierig Wartenden die Geräusche der künstlerischen Verrichtungen, besonders das Klopfen des Hammers. Immer wieder vertröstete der Blinde die Wartenden und sagte, dass er bald fertig sei. Sie sollten sich vereinbarungsgemäß gedulden. Eines Tages wurde es plötzlich still in der Werkstatt. Nach langem ungeduldigem Warten machten sich einige Sorgen, dem Brahmanen könne etwas zugestoßen sein. Sie konnten nicht mehr warten und wagten sich in die Werkstatt, woraufhin sie den blinden Brahmanen mit tränenden Augen vorfanden. Er befand sich in tiefer religiöser Ekstase, und auch viele der Neugierigen verfielen in Ekstase als sie die Bildgestalten sahen. Die städtische Administration verfügte, diese Bildgestalten sollten im Tempel fortan verehrt werden und einmal jährlich auf drei Wagen durch die Stadt gezogen werden. Das war der Beginn dieser Tradition.

Von links nach rechts: Lord Baladeva, Lady Subhadra, Lord Jagannatha

Der ISKCON-Gründer Shrila Prabhupada war selbst seit seiner Kindheit ein glühender Verehrer von Lord Jagannatha und führte das Wagenfest bei seiner weltweiten Mission in zahlreichen größeren Städten ein, z. B. in San Francisko, London, Durban und anderen. In Deutschland finden jährlich solche Umzüge in Berlin, Köln, Heidelberg, Leipzig, Hamburg und anderen Städten statt.

Nachdem George Harrison von den Beatles seinen Welthit My sweet Lord veröffentlicht hatte wurde die Welt auf diese Weise von einer ungeheuer wirksamen Welle des Glaubens an einen sichtbaren Gott geflutet.Viele spirituell Suchende erfuhren während einer Ratha-Yatra-Veranstaltung den gesuchten spirituellen Schub und wurden in ihrem Glauben an den sich freundlich zeigenden Gott gestärkt. Nehmen Sie also an einem Ratha-Yatra teil. Leider haben wir es gesundheitsbedingt dieses Jahr versäumt, unsere Info-Seite hinsichtlich der geplanten Veranstaltungen zu aktualisieren.

Wir bitten um Nachsicht!

Ihr Diener

Parivadi dasa